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Die Stiefografie, auch Stiefo und Rationelle Stenografie genannt, ist ein Stenografiesystem, das von dem Presse- und Parlamentsstenografen Helmut Stief (1906–1977) aus Frankfurt am Main nach rationellen Gesichtspunkten in acht Jahren Kleinarbeit entwickelt wurde. Stief schrieb in Deutscher Einheitskurzschrift 1928 selbst 480 Silben pro Minute, was damals Welthöchstleistung bedeutete. Die Stiefografie wurde 1966 erstmals veröffentlicht und wird seitdem bis heute unterrichtet. Sie ist laut Stief in einem Viertel der Zeit erlernbar, die sonst für das Erlernen der Deutschen Einheitskurzschrift nötig wäre, da die Stiefografie wesentlich weniger Zeichen, Regeln (ohne Ausnahmen) und Merkpunkte sowie in der Grundschrift keine Kürzel für häufige Silben und Wörter aufweist. […] Bei der Entwicklung wurden nach Angaben des Erfinders über eine Million Silben ausgezählt, um die Häufigkeit eines jeden Konsonanten am Anfang, in der Mitte und am Ende des Wortes sowie der einzelnen Wörter zu ermitteln.

Wikipedia

Stiefo vs DEK

Eine kurze Gegenüberstellung von Stiefografie und Deutscher Einheitskurzschrift.

EigenschaftDEKStiefo
Zeichengrößen52
Zeichen~7025
Regeln~15012
Ausnahmenvielekeine
Extraregeln für “s”140
VerstärkungenJaNein
Kürzel (Grundschrift)über 1000
Stufen
(Systemeinteilung)
Verkehrsschrift, Eilschrift, RedeschriftGrundschrift, Aufbauschrift 1, Aufbauschrift 2
Geschwindigkeit(en)
gem. der Stufen
in Silben/Minute
80-120, bis 200, bis 500bis 120, bis 160, über 160

Übersicht

Aussprachegemäß werden verschluckte Buchstaben nicht aufgeführt. So wird auch nicht von Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Es gibt keine Zeichen für c, q, v, x, y und Dehnungslaute wie h, e bei ie entfallen. Doppelkonsonanten werden einfach geschrieben. Bei Verwechslungsgefahr kann hier ein waagerechter Strich über den jeweiligen “Auslassungen” geschrieben werden.

Vokale

Konsonanten

Kürzel, Vor-/Nachsilben

Schreibmaterial

Im Gegensatz zur DEK kann für die Stiefografie jedes beliebige Schreibgerät verwendet werden. Vor Allem da es keine Verstärkungen gibt, die mit z.B. einem Kugelschreiber nicht einfach zu schreiben sind. Auch für die Digitale Eingabe eignet sich die Stiefo somit besser.

Geschrieben wird am Besten auf mindestens liniertem Papier. Vor Allem zum Üben empfiehlt sich aber Stiefo- oder kariertes Papier.

Wenn die Rede von Stiefo-Kästchen ist, bezeichnet dies ein Kästchen auf dem Stiefo-Papier.

Alternativ kann hier auch Karo-Papier genutzt werden, wobei darauf zu achten ist, eine entsprechende Schräglage von 15-20 Grad einzuhalten. Bei dem Karo-Muster entspricht 1 Karo = 2 Stiefo-Kästchen!